Chirurgie

In der Chirurgie befasst man sich mit der Behandlung von Krankheiten oder Verletzungen, durch einen direkten Eingriff auf den bzw. in den Körper. Der Eingriff wird meist durch verschiedene Instrumente vorgenommen. Dabei werden Organe ganz oder teilweise entnommen oder neue Organe implantiert. Auch werden Prothesen eingesetzt oder Verstopfungen in Organen werden gelöst. Der Arzt, der diese Eingriffe übernimmt, wird Chirurg genannt. Das Wort „Chirurg“ setzt sich eigentlich aus zwei Begriffen zusammen. Würde man dies in deutsche übersetzen, wäre der Chirurg ein Handarbeiter.

Die Anfänge der Chirurgie

Die ersten chirurgischen Eingriffe erfolgten schon in der Steinzeit. Dies lässt sich durch Knochenfunde beweisen, die außerdem aufzeigen, dass damalige Patienten solch Eingriffe am Kopf überlebten. Da die Chirurgie zu früheren Zeiten noch kein anerkannter medizinischer Fachbereich war, wurden kleiner Operationen von einem Bader durchgeführt. Die Blutstillung spielte dabei schon eine wichtige Rolle. Sonst wären ja schließlich alle Patienten verblutet. Während des Krieges gewann die Chirurgie eine immer größer werdende Bedeutung, jedoch wusste man damals noch nichts über mögliche Infektionsgefahren. Aufgrund mangelnder Hygiene bei chirurgischen Eingriffen, starben viele Patienten an Wundinfektionen.

Die entscheidende Entdeckung

Eine Entdeckung von Ignaz Philipp Semmelweis brachte jedoch eine entscheidende Wendung. Er fand heraus, dass das Kindbettfieber ebenfalls durch verschiedene Infektionen hervorgerufen wurde. Fortan spielte die Hygiene bei chirurgischen Eingriffen eine viel größere Rolle und die Todesrate durch Wundinfektionen ging deutlich zurück. Obwohl man bereits chirurgisch tätig war, war noch keine Narkose erfunden. Der Arzt musste also schnell arbeiten, um dem Patienten so viele Schmerzen wie nur möglich zu ersparen. Viele überlebten dies jedoch nicht und starben aufgrund eines Schockes, welcher durch den Schmerz ausgelöst wurde. Am 21. Dezember 1846 wurde die Narkose das erste Mal eingesetzt. Die Macht der Gewohnheit ließ Robert Liston trotzdem ein Bein in 28 Sekunden amputieren. Was heute unmöglich erscheint, war für die damalige Zeit keine Seltenheit. Somit schaffte man bis zu 200 Operationen am Tag. Mit Beginn der 90er Jahre wird außerdem so operiert, dass der Chirurg nur kleine Schnitte vornehmen muss. Diese Methode wird auch minimal-invasive Chirurgie genannt.

Der Schönheitswahn von heute

Die moderne Zeit hat es sich mit sich gebracht, dass Menschen sich auch operieren lassen, obwohl sie gar nicht krank sind oder irgendwelche Verletzungen aufweisen. Die Plastische Chirurgie ist beliebt wie nie. Frauen lassen sich die Brüste vergrößern, Männer lassen sich ein künstliches Six-Pack formen, Augenlider werden gestraft, Fältchen weggespritzt, Nasen werden korrigiert. Damit hat die Plastische Chirurgie überwiegend ästhetische oder kosmetische Gründe. Ästhetische Eingriffe sind nicht gerade billig und bringen immer ein gewisses Risiko mit sich. Daher begeben sich immer mehr Frauen und auch Männer in das naheliegende Ausland um dort kostengünstiger eine Schönheitsoperation durchzuführen. Eine Brustvergrößerung in Tschechien kostet hier vergleichsweise die Hälfte. Es ist allerdings gar nicht so lange her, da ist eine völlig gesunde junge Frau während einer Brustoperation verstorben. Eine Brustoperation die eigentlich gar nicht nötig war, so würde zumindest jeder normale Mensch darüber urteilen. Ein immer größer werdender Schönheitswahn treibt immer mehr Menschen dazu, sich völlig unnötig operieren zu lassen. Sicherlich kann man nicht alle über einen Kamm scheren. Sicher gibt es Fälle, da ist ein kosmetischer Eingriff von Vorteil. Kann man denn aber nicht einfach mal akzeptieren, dass es ganz normal ist, im Alter Falten zu bekommen? Zeigt man denn nicht sogar Größe, wenn man über den Dingen steht?

Foto: astoria – Fotolia.com