Die Geschichte der Medizin

Funde von Skeletten legen nahe, dass es bereits vor 50.000 Jahren zur Zeit der Neandertaler Operationen in Form von Amputationen gegeben haben könnte. So geht die Geschichte der Medizin auf früheste Ursprünge des Menschen zurück. Zirka 5.000 Jahre vor Christus haben die Bauern der so genannten Linienbandkeramischen Kultur bereits Schädeloperationen vorgenommen, wenngleich Forscher herausgefunden haben, dass diese nur selten erfolgreich verliefen. Doch kannte man zu dieser Zeit bereits die Technik des Ruhigstellens von gebrochenen Gliedmaßen.

Die Anfänge der Geschichte der Medizin

Die Geschichte der Medizin geht also bis weit in die Jungsteinzeit zurück. Schädeloperationen, die von Medizinmännern vorgenommen wurden, gelangen dann im Folgenden in den meisten Fällen. Zirka 2000 vor Christus begannen die Menschen, Rezepte für Medizin in sumerische Tontäfelchen zu ritzen. In der Eisenzeit gab es bereits Verbände und die Etrusker, wie Grabfunde zeigen, kannten bereits Zahnersatz in Form von künstlichen Goldzähnen, die an stabilen Zähnen befestigt wurden. Im Jahre 330 vor Christus formulierten dann griechische Ärzte bereits den hippokratischen Eid, der als ethischer Codex der Ärzte bis heute Gültigkeit besitzt. Das erste Lehrbuch der Anatomie erscheint dann im 12. Jahrhundert in Bologna und auch die erste Apotheke eröffnet in dieser Zeit in London. Nachdem im 13. Jahrhundert der Buchdruck erfunden wurde, erschien in Mainz das erste medizinische Werk in Form eines Kalenders zum Aderlass und Laxieren. Im 18. Jahrhundert gelingt es einen englischen Naturforscher zum ersten Mal, an einem lebenden Pferd den Blutdruck exakt zu messen und an der Universität Halle promoviert erstmalig in der Geschichte der Medizin die erste deutsche Ärtzin.

Rasante Entwicklung

Ab dem 19. Jahrhundert entwickelt sich die Geschichte der Medizin in rasantem Tempo: Zunächst wird entschlüsselt, wie das Nervensystem funktioniert, dann wird erstmals bei einer Operation die Anästhesie angewandt und chirurgische Instrumente werden kontinuierlich weiterentwickelt und optimiert. Ein Franzose heilt Nervenkranke mit Hilfe von elektrischem Strom, ein Österreicher entdeckt die nach ihm benannten Mendelschen Gesetze der Vererbungslehre und ein Amerikaner erfindet die Tretbohrmaschine für zahnärztliche Behandlungen. Auch weitere spektakuläre Entdeckungen fallen in diese Zeit. Da wäre die Entdeckung des Tuberkelbazillus zu nennen durch den deutschen Bakteriologen Robert Koch. Oder Die Wasserkuren des Sebastian Kneipp, die sich sofort großer Beliebtheit erfreuen. Und kurz vor der Jahrhundertwende entdeckt Wilhelm Conrad Röntgen die gleichnamigen Strahlen.

Das 20. Jahrhundert

Die Geschichte der Medizin setzt sich auch weiterhin fort. Bald schon sind die Blutgruppen bekannt und erstmals wird ein EKG durchgeführt. Sauerbruchs spektakuläre Lungenoperation ist ebenso bahnbrechend wie die Entwicklung neuer Medikamente und weiterer Behandlungsmethoden. Neben der Entdeckung des Penicillins spielen auch die neu-entwickelten Impfverfahren für viele bis dato häufig lebensbedrohliche Krankheiten eine wichtige Rolle in der Geschichte der Medizin. Viele dieser Entdeckungen und Erfindungen haben dazu beigetragen, dass sich die Lebenserwartung und Lebensqualität der Menschen weltweit in höchstem Maße verbessert hat. Schon immer haben mutige und neugierige Frauen und Männer den Ehrgeiz entwickelt, bestimmten Problemen auf den Grund zu gehen. Aus diesem Grund wird die Geschichte der Medizin auch weiter voranschreiten und mit Hilfe neuester Technologien, aber auch durch die Rückbesinnung auf uralte Heiltraditionen wird die Gesundheit der Menschheit davon weiterhin profitieren.

Foto: onnickx – Fotolia

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