Alternativen zur Schulmedizin

Wenn von Medizin die Rede ist, so denken wohl die meisten Menschen zunächst an die Schulmedizin. Doch auch Alternativen zur Schulmedizin erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Denn die Schulmedizin stößt in manchen Bereichen an ihre Grenzen und der Wunsch, ganzheitlich zu denken und ein medizinisches Problem an der Wurzel und nicht nur an den Symptomen zu behandeln, nimmt bei vielen Patienten immer größeren Raum ein.

Die Naturheilkunde

Unter Naturheilkunde fasst man ein großes Spektrum an Alternativen zur Schulmedizin zusammen. Hier sollen die körpereigenen Fähigkeiten zur Selbstheilung angeregt werden. Dazu werden in erster Linie in der Natur vorkommende Mittel oder auch Reize angewandt. Zu nennen wären das Licht, die Sonne, die Luft, aber auch Bewegung, Ruhe, die Nahrung, das Wasser, Wärme und Kälte, die Atmung, Gedanken, Gefühle sowie Willenskraft. Doch auch die natürlichen Heilmittel gehören dazu, wie beispielsweise Heilkräuter.
Die Wirkung der Naturheilkunde lässt sich in der Tat wissenschaftlich belegen. Der größte Teil der Naturheilverfahren hat einen ganzheitlichen Ansatz. Das bedeutet, die Harmonie des gesamten Organismus, die durch eine Krankheit gestört ist, soll mit Hilfe der Naturheilkunde wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Dabei ist es wichtig, auch Geist und Seele mit einzubeziehen.

Traditionelle Chinesische Medizin

Eine weitere Alternative zur Schulmedizin ist die Traditionelle chinesische Medizin, auch TCM genannt. Sie wird in China seit mehr als 2000 Jahren praktiziert. Die chinesische Medizin setzt in erster Linie auf die Arzneitherapie und die Akupunktur. Darüber hinaus zählen auch Massagetechniken wie Shiatsu oder Bewegungsübunen wie Qigong oder Tai Chi dazu. Ein weiterer Bestandteil ist das Essen.
Die Wirkung der chinesischen Medizin ist umstritten. Zwar gibt es nachweisliche Heilerfolge, doch lassen sich diese nicht eindeutig belegen und deshalb werden sie von Wissenschaftlern zumeist auf Placeboeffekte zurückgeführt. Dennoch boomt das Interesse an TCM im Westen seit einigen Jahren und viele Ärzte und Heilpraktiker bieten diese Behandlungsmethode an. In die Kritik geraten ist die TCM, da sie einige Substanzen benötigt, für die vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten verwendet werden.

Homöopathie

Auch die Homöopathie ist eine Alternative zur Schulmedizin, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Dieser Ansatz geht davon aus, dass es sich bei Symptomen, die im Zusammenhang mit einer Krankheit auftreten, nicht um den Ausdruck der Krankheit handelt, sondern vielmehr um Selbstheilungsversuche des Körpers. Aus diesem Grund unterdrücken homöopathische Medikamente die Symptome nicht, sondern verstärken sie im Gegenteil noch leicht, um das Abwehrsystem auf diese Weise zu kräftigen. Begründer der Homöopathie ist Samuel Hahnemann, der Ende des 18. Jahrhunderts erstmals homöopathische Arzneien herstellte. Ähnlich der Naturheilkunde versteht sich auch die Homöopathie als ganzheitliche Therapiemethode, die nicht bei den einzelnen Symptomen ansetzt, sondern den Menschen als Ganzen erfasst. Auch sie ist eine der beliebtesten Alternativen zur Schulmedizin. Doch ihre Wirkung ist umstritten. Denn tatsächlich ist die Verdünnung der Substanzen bei homöopathischen Arzneimitteln teilweise so stark, dass von der eigentlichen Wirksubstanz kein einziges Molekül mehr nachweislich darin vorhanden ist. Aus diesem Grund ist die Praxis der Krankenkassen, bei homöopathischen Behandlungen bisweilen Zuschüsse zu gewähren, mittlerweile in den Fokus der öffentlichen Diskussion geraten. Dennoch ist die Homöopathie trotz aller Kritik eine der am weitesten verbreiteten Alternativen zur Schulmedizin.

Foto: Max Tactic – Fotolia

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